Wanderungsgewinn niedriger als in den Vorjahren
Im Jahr 2024 zogen 149.500 Menschen nach Rheinland-Pfalz zu. Dies waren 5,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Im Jahresverlauf verließen zudem 127.400 Menschen das Bundesland. Im Saldo ergibt sich demnach ein Wanderungsgewinn von 22.100 Personen, der deutlich geringer ausfällt als in den beiden vorangegangenen Jahren (2023: 32.900; 2022: 70.500).
Wanderungen¹ über die Landesgrenze
1.000
1 Einschließlich Wanderungsbewegungen mit dem Ausland.
© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Im überwiegenden Teil der kreisfreien Städte und Landkreise (mit Ausnahme der kreisfreien Städte Kaiserslautern und Landau in der Pfalz sowie der Landkreise Kusel, Germersheim und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm) zogen in Summe mehr Menschen über die Bundes- und Landesgrenze zu als fort. Das stärkste Zuwanderungsplus der 24 Landkreise verzeichneten der Rhein-Hunsrück-Kreis (+1.400 Personen) und der Landkreis Ahrweiler (+1.300 Personen). Die höchsten wanderungsbedingten Bevölkerungszuwächse unter den kreisfreien Städten registrierten die Universitätsstadt Trier (+7.000 Personen) und die kreisfreie Stadt Speyer (+3.000 Personen).
Verwaltungsbezirk | Zuzüge | Fortzüge | Wanderungssaldo |
| Kreisfreie Städte | |||
| Frankenthal (Pfalz) | 1.774 | 1.675 | 99 |
| Kaiserslautern | 4.653 | 4.700 | -47 |
| Koblenz | 4.688 | 4.041 | 647 |
| Landau i. d. Pfalz | 1.595 | 1.640 | -45 |
| Ludwigshafen a. Rh. | 9.666 | 8.226 | 1.440 |
| Mainz | 11.897 | 11.461 | 436 |
| Neustadt a. d. Weinstr. | 1.569 | 1.313 | 256 |
| Pirmasens | 1.532 | 1.295 | 237 |
| Speyer | 4.947 | 1.905 | 3.042 |
| Trier | 11.340 | 4.324 | 7.016 |
| Worms | 4.220 | 3.783 | 437 |
| Zweibrücken | 1.291 | 1.184 | 107 |
| Landkreise | |||
| Ahrweiler | 5.260 | 3.939 | 1.321 |
| Altenkirchen (Ww.) | 4.687 | 4.347 | 340 |
| Alzey-Worms | 3.652 | 3.538 | 114 |
| Bad Dürkheim | 3.215 | 2.853 | 362 |
| Bad Kreuznach | 4.037 | 3.674 | 363 |
| Bernkastel-Wittlich | 3.790 | 3.466 | 324 |
| Birkenfeld | 2.724 | 2.414 | 310 |
| Cochem-Zell | 1.896 | 1.491 | 405 |
| Donnersbergkreis | 1.653 | 1.540 | 113 |
| Eifelkreis Bitburg-Prüm | 3.298 | 3.508 | -210 |
| Germersheim | 4.339 | 4.469 | -130 |
| Kaiserslautern | 3.016 | 2.737 | 279 |
| Kusel | 1.956 | 2.396 | -440 |
| Mainz-Bingen | 6.245 | 5.682 | 563 |
| Mayen-Koblenz | 5.577 | 4.824 | 753 |
| Neuwied | 6.120 | 5.351 | 769 |
| Rhein-Hunsrück-Kreis | 4.003 | 2.612 | 1.391 |
| Rhein-Lahn-Kreis | 4.156 | 3.649 | 507 |
| Rhein-Pfalz-Kreis | 3.989 | 3.927 | 62 |
| Südliche Weinstraße | 3.109 | 2.909 | 200 |
| Südwestpfalz | 1.770 | 1.606 | 164 |
| Trier-Saarburg | 4.403 | 3.954 | 449 |
| Vulkaneifel | 1.819 | 1.614 | 205 |
| Westerwaldkreis | 5.658 | 5.357 | 301 |
| Rheinland-Pfalz | 149.544 | 127.404 | 22.140 |
| Kreisfreie Städte | 59.172 | 45.547 | 13.625 |
| Landkreise | 90.372 | 81.857 | 8.515 |
1 Einschließlich Wanderungsbewegungen mit dem Ausland.
Die Tabelle steht zum Excel-Download am Ende des Beitrags zur Verfügung.
Leichtes Zuwanderungsplus bei innerdeutschen Wanderungen
Aus anderen Bundesländern Deutschlands kamen im Jahr 2024 rund 66.200 Personen deutscher und nicht deutscher Nationalität nach Rheinland-Pfalz. Das waren 2,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Im gleichen Zeitraum verlegten rund 65.100 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer deutscher und nicht deutscher Nationalität ihren alleinigen bzw. Hauptwohnsitz in eines der anderen Bundesländer. Das waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Daraus resultiert – bei im Vergleich zum Vorjahr insgesamt niedrigerem Wanderungsvolumen – ein leichtes innerdeutsches Zuwanderungsplus von rund 1.100 Personen. Wie schon in den Vorjahren wanderten aus den angrenzenden Ländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg mehr Personen zu als dorthin fortzogen. Lediglich gegenüber dem Saarland war die Wanderungsbilanz negativ. In Summe ergibt sich mit den direkten Nachbarn (einschließlich Saarland) ein Wanderungsplus in Höhe von mehr als 2.500 Personen.
Das größte binnendeutsche Wanderungsvolumen verzeichnete Rheinland-Pfalz mit dem angrenzenden Flächenland Nordrhein-Westfalen: Rund 15.900 Menschen zogen 2024 dorthin fort, während im selben Zeitraum fast 17.000 Menschen über die nordrhein-westfälische Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz kamen. Im Saldo ergibt sich allein durch dieses Wanderungsgeschehen ein Plus von rund 1.100 Menschen.
Das zweitgrößte Wanderungsvolumen zeigte sich mit dem Flächenland Hessen. Mehr als 14.400 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer wanderten nach Hessen ab, zugleich verlegten rund 15.400 Hessinnen und Hessen ihren alleinigen bzw. Hauptwohnsitz nach Rheinland-Pfalz. Im Saldo liegt das Zuwanderungsplus hier bei rund 1.000 Personen.
Negative Wanderungssalden ergeben sich nicht nur mit dem angrenzenden Saarland (knapp –300 Personen), sondern insbesondere auch mit dem Freistaat Bayern: Dorthin verlegten 2024 rund 5.700 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer ihren alleinigen oder Hauptwohnsitz, wohingegen lediglich rund 5.000 Bayerinnen und Bayern in Rheinland-Pfalz Fuß fassten, wodurch sich der größte Wanderungsverlust von 700 Personen ergibt. Einen mit dem Saarland vergleichbaren negativen Wanderungssaldo weist Rheinland-Pfalz mit dem Stadtstaat Berlin auf (–300 Personen), gefolgt von Schleswig-Holstein und Hamburg (jeweils rund –200 Personen).
Deutliche regionale Unterschiede
Bei detaillierter Betrachtung der innerdeutschen Wanderungsverflechtungen der kreisfreien Städte und Landkreise in Rheinland-Pfalz mit den übrigen Bundesländern zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. In der Summe verzeichneten die zwölf kreisfreien Städte im Jahr 2024 einen negativen Saldo von fast 1.700 Wanderungen. Bei den 24 Landkreisen überstieg dagegen insgesamt die Zahl der Zuzüge die der Fortzüge; sie gewannen im Saldo knapp 2.800 Einwohnerinnen und Einwohner hinzu.
Insgesamt verzeichnete der Landkreis Ahrweiler 2024 den mit Abstand größten Zuwanderungszuwachs (+1.000 Personen). Rund 3.500 Menschen verlegten ihren alleinigen bzw. Hauptwohnsitz aus einem anderen Bundesland hierher, wohingegen 2.400 das Kreisgebiet in ein anderes Bundesland verließen. Erwartungsgemäß konzentrierten sich die Wanderungen in der Ahrregion auf das Nachbarbundesland Nordrhein-Westfalen – der hieraus resultierende positive Saldo (+800) macht absolut den größten Teil des Zuwanderungsgewinns für den Landkreis Ahrweiler aus. Ursächlich für das vergleichsweise hohe Wanderungsplus dürfte sein, dass im Zuge der Aufbauaktivitäten nach der Flutkatastrophe des Jahres 2021 in den Ortsgemeinden zerstörter Wohnraum wiederhergestellt und neu geschaffen wurde, der einen Wiederzuzug infolge der Zerstörungen abgewanderter Personen ermöglicht, darüber hinaus aber auch für „Neubürgerinnen und Neubürger“ attraktive Wohnumfelder bietet.
