38/2026 | Diane Dammers, Moritz Hohlstein, Maximilian Lüke, Dr. Annette Tennstedt | Konjunktur, Volkswirtschaft, Industrie, Preise, Arbeit, Baugewerbe

Konjunktur Aktuell

4. Quartal 2025: Wirtschaftsleistung stagniert

02. April 2026

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Industrieproduktion sinkt

In Rheinland-Pfalz ist die Industrie ein bedeutender Wirtschaftsbereich. Sie trägt 20 Prozent zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei. Die differenzierte Betrachtung der konjunkturellen Entwicklung in der Industrie erfolgt anhand von Indikatoren aus den Unternehmensstatistiken, die jeden Monat erhoben werden. Nach dem Verwendungszweck der hergestellten Industriegüter lassen sich drei Güterhauptgruppen unterteilen: Vorleistungsgüter, Investitionsgüter und Konsumgüter. In Rheinland-Pfalz wird die Industrieproduktion besonders durch die Vorleistungsgüterindustrie geprägt, die mehr als die Hälfte der Industrieumsätze erwirtschaftet. Auf die Investitionsgüterindustrie und die Konsumgüterindustrie entfallen Umsatzanteile von 28 bzw. 18 Prozent.

Produktionsindex (real) im Verarbeitenden Gewerbe

Index: 2021=100

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Konjunkturdaten des Verarbeitenden Gewerbes im 4. Quartal 2025: Produktionsindex (preisbereinigt)¹

Veränderung zum Vorquartal in %

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Veränderung zum Vorquartal in %

Wirtschaftszweig/Güterhauptgruppen

Q2/25

Q3/25

Q4/25

Verarbeitendes Gewerbe

3,2

-1,2

-1,8

davon

 

 

 

     Vorleistungsgüterproduzenten

1,7

-2,7

-2,5

     Investitionsgüterproduzenten

8,4

0,5

-1,8

     Konsumgüterproduzenten

0,4

0,1

-0,3

darunter

 

 

 

     Herstellung von chemischen Erzeugnissen

2,6

-6,0

-2,3

     Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

13,8

0,3

2,7

     Maschinenbau

4,6

5,3

-4,1

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion nahm im vierten Quartal 2025 ab. Der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex lag um 1,8 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals. In allen drei Güterhauptgruppen ging die Ausbringung zurück. Die stärksten Einbußen mussten die Hersteller von Vorleistungsgütern verkraften (–2,5 Prozent). In der Investitionsgüterindustrie sank der Output um 1,8 Prozent und in der Konsumgüterindustrie um 0,3 Prozent.

Für das Minus in der Vorleistungsgüterindustrie waren unter anderem die Hersteller chemischer Erzeugnisse verantwortlich, die ihren Güterausstoß im vierten Quartal um 2,3 Prozent drosselten. Die Chemieindustrie ist die mit Abstand größte Industriebranche in Rheinland-Pfalz. Zum Produktionsrückgang in der Investitionsgüterindustrie trug besonders der Maschinenbau bei, der seine Ausbringung um 4,1 Prozent verringerte. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie zählt, lag die Produktion hingegen 2,7 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Der Maschinenbau und die Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie sind gemessen am Umsatz die zweit- bzw. drittgrößte Industriebranche in Rheinland-Pfalz.

Auslandsumsätze steigen – Einbußen im Inlandsgeschäft

Der Produktionsindex lässt nicht erkennen, wie sich das In- und Auslandsgeschäft jeweils entwickelt hat. Einen Hinweis darauf geben die Industrieumsätze, die nach Inland und Ausland differenziert vorliegen. Allerdings ist zu beachten, dass es sich um nominale Umsatzangaben handelt, deren Veränderung sowohl auf Mengen- als auch auf Preisänderungen zurückzuführen sein kann.

Die kalender- und saisonbereinigten Umsätze der Industrie blieben im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal nahezu unverändert (+0,1 Prozent). Dabei entwickelten sich die Erlöse im Inland und im Ausland gegenläufig. Die Auslandsumsätze wuchsen um 1,3 Prozent. Das Inlandsgeschäft schrumpfte hingegen um 1,5 Prozent.

Die drei Güterhauptgruppen entwickelten sich im vierten Quartal 2025 uneinheitlich. Die Konsumgüterproduzenten steigerten ihre Erlöse um 5,7 Prozent. Der Grund waren kräftige Zuwächse im Auslandsgeschäft (+20 Prozent). Im Inland sanken die Umsätze um 2,6 Prozent. Auch in der Investitionsgüterindustrie übertrafen die Erlöse das Niveau des Vorquartals (+3,4 Prozent). Sowohl im Inland als auch im Ausland stiegen die Umsätze (+2,4 bzw. +4 Prozent). Die Hersteller von Vorleistungsgütern mussten im vierten Quartal 2025 einen Rückgang der Erlöse verkraften (–3,2 Prozent). Im Auslandsgeschäft betrug das Minus 4,1 Prozent und die Inlandsumsätze verringerten sich um 1,9 Prozent.

Konjunkturdaten des Verarbeitenden Gewerbes im 4. Quartal 2025: Umsatz (in jeweiligen Preisen)¹

Veränderung zum Vorquartal in %

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Veränderung zum Vorquartal in %

Wirtschaftszweig/Güterhauptgruppen

Q2/25

Q3/25

Q4/25

Verarbeitendes Gewerbe

1,4

1,2

0,1

     Inland

1,1

1,1

-1,5

     Ausland

1,6

1,2

1,3

davon

 

 

 

     Vorleistungsgüterproduzenten

-1,8

-1,3

-3,2

          Inland

-0,5

-1,1

-1,9

          Ausland

-2,7

-1,4

-4,1

     Investitionsgüterproduzenten

8,3

3,2

3,4

          Inland

3,5

5,1

2,4

          Ausland

11,5

2,1

4,0

     Konsumgüterproduzenten

-2,1

0,3

5,7

          Inland

-1,9

0,1

-2,6

          Ausland

-2,6

0,7

19,9

darunter

 

 

 

     Herstellung von chemischen Erzeugnissen

-4,2

-0,7

-6,0

          Inland

-2,0

-3,7

-3,6

          Ausland

-5,2

0,6

-6,9

     Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

12,6

5,8

-2,4

          Inland

2,7

23,1

3,9

          Ausland

17,7

-2,1

-6,0

     Maschinenbau

5,7

6,8

2,4

          Inland

-4,2

3,4

7,0

          Ausland

10,3

8,2

0,7

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

In der Investitionsgüterindustrie trug der Maschinenbau zum Umsatzwachstum bei; die Erlöse lagen um 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Dabei florierte besonders das Inlandsgeschäft (+7 Prozent), aber auch das Auslandsgeschäft verzeichnete ein leichtes Plus von 0,7 Prozent. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, der zweiten großen Branche der Investitionsgüterindustrie, nahmen die Umsätze ab (–2,4 Prozent). Zurückzuführen war dies auf Einbußen im Auslandsgeschäft (–6 Prozent). Im Inland erzielten die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen 3,9 Prozent höhere Erlöse als im Vorquartal. Für den Umsatzrückgang in der Vorleistungsgüterindustrie waren unter anderem die Hersteller chemischer Erzeugnisse verantwortlich, deren Erlöse um sechs Prozent schrumpften. Die Auslandsumsätze der Chemieindustrie sanken um 6,9 Prozent und im Inland belief sich das Minus auf 3,6 Prozent.

Im vierten Quartal 2025 wurden in der Industrie weniger Arbeitsstunden geleistet als im Vorquartal. Kalender- und saisonbereinigt nahm die Stundenzahl um 1,4 Prozent ab. Den stärksten Rückgang unter den drei Güterhauptgruppen verzeichnete die Vorleistungsgüterindustrie (–2,1 Prozent). Aber auch in der Investitionsgüterindustrie (–0,9 Prozent) und in der Konsumgüterindustrie (–0,3 Prozent) wurden weniger Stunden gearbeitet als im Vorquartal.

In den drei umsatzstärksten Branchen nahm das Stundenvolumen ebenfalls ab. In der Chemieindustrie und im Maschinenbau sank die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden deutlich (–2,7 bzw. –2,1 Prozent). In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie schrumpfte die Stundenzahl gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent.

Konjunkturdaten des Verarbeitenden Gewerbes im 4. Quartal 2025: Geleistete Arbeitsstunden¹

Veränderung zum Vorquartal in %

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Veränderung zum Vorquartal in %

Wirtschaftszweig/Güterhauptgruppen

Q2/25

Q3/25

Q4/25

Verarbeitendes Gewerbe

0,1

0,7

-1,4

davon

 

 

 

     Vorleistungsgüterproduzenten

-0,7

0,4

-2,1

     Investitionsgüterproduzenten

0,7

1,1

-0,9

     Konsumgüterproduzenten

1,0

0,6

-0,3

darunter

 

 

 

     Herstellung von chemischen Erzeugnissen

-0,2

0,6

-2,7

     Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

1,6

3,8

-0,8

     Maschinenbau

0,9

0,8

-2,1

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.