38/2026 | Diane Dammers, Moritz Hohlstein, Maximilian Lüke, Dr. Annette Tennstedt | Konjunktur, Volkswirtschaft, Industrie, Preise, Arbeit, Baugewerbe

Konjunktur Aktuell

4. Quartal 2025: Wirtschaftsleistung stagniert

02. April 2026

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Auftragseingänge in der Industrie steigen kräftig

Die bereinigten Auftragseingänge nahmen im vierten Quartal kräftig zu. Sie lagen um 14 Prozent über dem Niveau des dritten Quartals. Der Grund war ein deutlicher Anstieg der Bestellungen aus dem Ausland (+22 Prozent). Die Aufträge aus dem Inland gingen leicht zurück (–0,2 Prozent).

Die Nachfrage in den drei Güterhauptgruppen entwickelte sich im vierten Quartal 2025 unterschiedlich. Die Investitionsgüterindustrie, die unter anderem von Großaufträgen im Maschinenbau profitierte, erhielt 34 Prozent mehr Bestellungen als im Vorquartal. Das Auslandsgeschäft wuchs kräftig um 46 Prozent und auch das Ordervolumen aus dem Inland nahm zu (+9,5 Prozent). Die Konsumgüterindustrie verbuchte hingegen weniger Aufträge als im Vorquartal (–3,3 Prozent). Besonders die Bestellungen aus dem Inland ließen nach (–8,3 Prozent; Ausland: –0,2 Prozent). Auch die Nachfrage nach Vorleistungsgütern ging im vierten Quartal zurück (–2,8 Prozent). Das Ordervolumen aus dem Inland sank um 5,5 Prozent und das Auslandsgeschäft schrumpfte um 0,7 Prozent.

In zwei der drei umsatzstärksten Industriebranchen gingen im vierten Quartal 2025 mehr Bestellungen ein als im Vorquartal. Im Maschinenbau legten die Auftragseingänge um 36 Prozent zu, was unter anderem auf Großaufträge im Dezember zurückzuführen war. Das Ordervolumen aus dem Ausland lag mit 54 Prozent deutlich über dem Niveau des dritten Quartals 2025. Das Inlandsgeschäft entwickelte sich weniger günstig (–7,5 Prozent). Auch die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen verzeichneten einen kräftigen Zuwachs (+25 Prozent). Sowohl im Inland als auch im Ausland wuchs die Nachfrage (+35 Prozent bzw. +22 Prozent). Die Produzenten chemischer Erzeugnisse erhielten im vierten Quartal 1,7 Prozent weniger Bestellungen als im Vorquartal. Hierfür verantwortlich war die schwache Inlandsnachfrage (–7,2 Prozent). Im Auslandsgeschäft verbuchte die Branche ein Auftragsplus in Höhe von 1,8 Prozent.

Auftragseingangsindex (real) im Verarbeitenden Gewerbe

Index: 2021=100

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Konjunkturdaten des Verarbeitenden Gewerbes im 4. Quartal 2025: Auftragseingang (Volumenindex)¹

Veränderung zum Vorquartal in %

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Veränderung zum Vorquartal in %          

Wirtschaftszweig/Güterhauptgruppen

Q2/25

Q3/25

Q4/25

Verarbeitendes Gewerbe

-2,1

2,3

13,7

     Inland

2,6

-1,7

-0,2

     Ausland

-5,1

4,9

22,3

davon

 

 

 

     Vorleistungsgüterproduzenten

-4,4

1,5

-2,8

          Inland

-0,9

0,4

-5,5

          Ausland

-7,0

2,4

-0,7

     Investitionsgüterproduzenten

-0,6

3,0

34,3

          Inland

5,8

-4,7

9,5

          Ausland

-3,7

7,2

46,4

     Konsumgüterproduzenten

0,6

2,5

-3,3

          Inland

7,8

-

-8,3

          Ausland

-3,6

4,0

-0,2

darunter

 

 

 

     Herstellung von chemischen Erzeugnissen

0,4

-2,8

-1,7

          Inland

1,0

-3,5

-7,2

          Ausland

0,1

-2,3

1,8

     Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

-2,7

4,6

25,3

          Inland

-9,5

0,5

34,9

          Ausland

0,3

6,2

21,7

     Maschinenbau

-3,9

5,3

35,9

          Inland

-1,7

3,9

-7,5

          Ausland

-4,8

5,9

53,5

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

Umsatzsteigerung im Bauhauptgewerbe

Zum Baugewerbe zählt das Bauhauptgewerbe mit den Bereichen Hoch- und Tiefbau sowie das Ausbaugewerbe. Mit einem Anteil von 5,8 Prozent trägt das Baugewerbe in Rheinland-Pfalz im Vergleich zu den anderen Bundesländern überdurchschnittlich zur Wirtschaftsleistung bei. Von den gesamten Umsätzen im rheinland-pfälzischen Baugewerbe wurden 2025 etwa 62 Prozent im Bauhauptgewerbe und 38 Prozent im Ausbaugewerbe erwirtschaftet. Zu den Erlösen des Bauhauptgewerbes steuerte der Tiefbau 57 Prozent bei; entsprechend betrug der Anteil des Hochbaus 43 Prozent.

Konjunkturdaten des Baugewerbes im 4. Quartal 2025: Baugewerblicher Umsatz (in jeweiligen Preisen)¹

Veränderung zum Vorquartal in %

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Veränderung zum Vorquartal in %

Baubereich nach Bauart und Auftraggeber

Q2/25

Q3/25

Q4/25

Bauhauptgewerbe

-2,5

3,1

1,2

     Hochbau

-4,8

4,8

-

          Wohnungsbau

-5,7

-2,4

8,6

          Gewerblicher Hochbau

-4,3

7,7

-8,6

          Öffentlicher Hochbau

-4,5

8,6

12,6

     Tiefbau

-0,8

1,7

2,2

          Gewerblicher Tiefbau

-0,1

13,5

-9,7

          Straßenbau

-4,8

-6,2

9,5

          Sonstiger öffentlicher Tiefbau

6,2

1,7

5,8

Ausbaugewerbe

-6,8

1,4

2,1

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

Die Umsätze im Bauhauptgewerbe stiegen im vierten Quartal erneut an. Die saison- und kalenderbereinigten baugewerblichen Erlöse des Bauhauptgewerbes lagen im Schlussquartal 2025 in jeweiligen Preisen um 1,2 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Der Tiefbau steigerte seine Umsätze um 2,2 Prozent, während sie im Hochbau nahezu unverändert blieben (+0,0 Prozent). Zum Umsatzplus im Tiefbau trugen zwei der drei Teilbereiche des Tiefbaus bei: Im Straßenbau nahmen die Umsätze um 9,5 Prozent zu und im sonstigen öffentlichen Tiefbau betrug das Plus 5,8 Prozent. Der gewerbliche Tiefbau musste kräftige Einbußen von 9,7 Prozent hinnehmen, nachdem die Erlöse im Vorquartal deutlich gewachsen waren. Auch im Hochbau entwickelten sich die drei Segmente unterschiedlich. Der öffentliche Hochbau, der Aufträge von Körperschaften des öffentlichen Rechts und Organisationen ohne Erwerbszweck umfasst, setzte die positive Entwicklung aus dem Vorquartal fort und steigerte seine Umsätze um 13 Prozent. Auch im Wohnungsbau gab es ein Umsatzplus (+8,6 Prozent). Im umsatzstärksten Teilsegment, dem gewerblichen Hochbau, lagen die Umsätze hingegen unter dem Niveau des Vorquartals (–8,6 Prozent). Das Ausbaugewerbe verzeichnete im vierten Quartal einen Erlöszuwachs von 2,1 Prozent.

Konjunkturdaten des Baugewerbes im 4. Quartal 2025: Geleistete Arbeitsstunden¹

Veränderung zum Vorquartal in %

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Veränderung zum Vorquartal in %

Baubereich nach Bauart und Auftraggeber

Q2/25

Q3/25

Q4/25

Bauhauptgewerbe

-0,6

0,1

1,1

     Hochbau

-1,5

-0,3

2,1

          Wohnungsbau

-1,7

-1,7

3,6

          Gewerblicher Hochbau

-1,2

-1,1

-1,2

          Öffentlicher Hochbau

-2,5

5,9

8,9

     Tiefbau

0,1

0,4

0,4

          Gewerblicher Tiefbau

-2,5

0,1

-0,5

          Straßenbau

0,1

0,1

0,4

          Sonstiger öffentlicher Tiefbau

2,9

1,1

1,4

Ausbaugewerbe

-1,3

-1,5

1,8

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Bauhauptgewerbe erhöhte sich im vierten Quartal saison- und kalenderbereinigt um 1,1 Prozent. Während die Beschäftigten im Hochbau 2,1 Prozent mehr Stunden arbeiteten als im Vorquartal, leisteten die Beschäftigten im Tiefbau 0,4 Prozent mehr Arbeitsstunden. Im Ausbaugewerbe stieg das Stundenvolumen um 1,8 Prozent.

Ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung im Bauhauptgewerbe sind die Auftragseingänge. Das Bauhauptgewerbe wird weiterhin stark von Großaufträgen geprägt. Nachdem das Ordervolumen im dritten Quartal 2025 deutlich gefallen war, erhöhte es sich im Schlussquartal aufgrund von Großaufträgen kräftig. Saison- und kalenderbereinigt stiegen die Bestellungen im Bauhauptgewerbe im vierten Quartal um zwölf Prozent. Im Hochbau gingen insgesamt 13 Prozent mehr Aufträge ein als im Vorquartal. Der öffentliche Hochbau und der Wohnungsbau konnten deutliche Zuwächse verzeichnen (+47 bzw. +35 Prozent). Im gewerblichen Hochbau verringerte sich das Ordervolumen um zwölf Prozent. Im Tiefbau lagen die Auftragseingänge insgesamt um elf Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Der Straßenbau und der gewerbliche Tiefbau erhielten mehr Bestellungen als im dritten Quartal (+34 bzw. +15 Prozent). Im sonstigen öffentlichen Tiefbau sank die Nachfrage hingegen um 18 Prozent.