37/2026 | Simone Emmerichs | Wahlen

Landtagswahl 2026

Vorläufiges Ergebnis – Wie haben die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer gewählt?

26. März 2026

Lesezeit ca. 13 Minuten
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Simone Emmerichs
Diplom-Betriebswirtin (FH)
Referat „Kommunikation“
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Am 22. März fand die Wahl zum 19. Landtag Rheinland-Pfalz statt. Um die Landtagsmandate bewarben sich zwölf Parteien mit ihren Landeslisten. Die rund drei Millionen Wahlberechtigten in Rheinland-Pfalz konnten sich bei der Wahl mit der Landesstimme zwischen zwölf Parteien entscheiden. Vier Parteien gelingt der Einzug in den Landtag: Nach dem vorläufigen Ergebnis erreichten die Christdemokraten 31 Prozent der Landesstimmen. Die SPD erhielt 25,9 Prozent der Landesstimmen. Drittstärkste Kraft wurde mit 19,5 Prozent der Landesstimmen die AfD. Die Grünen erzielten 7,9 Prozent der Landesstimmen. FDP und FREIE WÄHLER scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde und sind daher im neuen Landtag nicht mehr vertreten.

CDU gewinnt klar vor SPD, AfD wird drittstärkste Kraft

Die CDU löst nach 35 Jahren die SPD als stärkste Partei ab. Seit 1991 stellt die SPD die Landesregierung in Rheinland-Pfalz, seit 2016 zusammen mit GRÜNEN und FDP. Eine Fortsetzung der Ampelkoalition ist nach dem vorläufigen Wahlergebnis nicht möglich. Das Wahlergebnis der SPD sinkt auf ein Rekordtief. Trotz ihres deutlichen Sieges erzielt auch die CDU ihr zweitschlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Nach erheblichen Verlusten bei der Landtagswahl 2021 kann die AfD bei ihrer dritten Bewerbung um die Mandate des rheinland-pfälzischen Landtags fast ein Fünftel der gültigen Landesstimmen auf sich verbuchen.

Landesstimmenanteil der Parteien

%

Vorläufiges Ergebnis.
1 2026 erstmals angetreten.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Landesstimmenanteil der Parteien

Veränderung zu 2021 in Prozentpunkten

Vorläufiges Ergebnis.
1 2026 erstmals angetreten.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Die CDU erhält 627.909 Landesstimmen und ist damit stärkste Partei. Im Vergleich zur Landtagswahl 2021 gewinnt sie knapp 92.600 Stimmen hinzu (+17 Prozent). Der Stimmenanteil der Christdemokraten steigt um 3,3 Prozentpunkte auf 31 Prozent. Damit liegt die Partei 5,1 Prozentpunkte vor der SPD. Die CDU gewinnt in 48 von 52 Wahlkreisen Landesstimmenanteile. Den höchsten Landesstimmenanteil erhält sie im Wahlkreis 20 Vulkaneifel, dem Wahlkreis des Spitzenkandidaten Gordon Schnieder, mit 46,5 Prozent. Im Wahlkreis Mainz I wird mit 17,7 Prozent das schlechteste Ergebnis erzielt.

Die SPD verliert im Vergleich der Parteien die meisten Wählerinnen und Wähler und liegt mit 525.680 Landesstimmen hinter der CDU auf Platz zwei. Die Sozialdemokraten erhalten fast 165.300 Stimmen weniger als 2021 (–24 Prozent). Ihr Stimmenanteil erreicht mit 25,9 Prozent (–9,8 Prozentpunkte) einen historischen Tiefstand in Rheinland-Pfalz. Die SPD verliert in allen 52 Wahlkreisen Landesstimmenanteile. Den höchsten Landesstimmenanteil verzeichnet sie im Wahlkreis 49 Südliche Weinstraße (32,4 Prozent), den niedrigsten Landesstimmenanteil im Wahlkreis 20 Vulkaneifel (17,3 Prozent).

Zu den Gewinnern der Landtagswahl zählt die AfD, die ihr Wahlergebnis mehr als verdoppelt: Im Vergleich zur letzten Landtagswahl gewinnt die Partei gut 234.500 Stimmen hinzu (+146 Prozent) und kommt nun auf 394.803 Stimmen. Ihr Stimmenanteil steigt um 11,2 Prozentpunkte auf 19,5 Prozent. Das ist für die Partei das beste Wahlergebnis bei einer Landtagswahl in Westdeutschland. Die AfD wird drittstärkste Kraft im rheinland-pfälzischen Landtag. Die AfD erzielt in allen Wahlkreisen Gewinne bei ihren Landesstimmenanteilen.Den höchsten Landesstimmenanteil erreichen sie im Wahlkreis 37 Ludwigshafen am Rhein II (26,9 Prozent). Nur in zwei Wahlkreisen erzielte die AfD einstellige Landesstimmenanteile: im Wahlkreis 27 Mainz I (5,9 Prozent) und im Wahlkreis 28 Mainz II (8,6 Prozent).

Die GRÜNEN kommen auf 160.067 Stimmen, das sind rund 19.800 Stimmen weniger als bei der Landtagswahl 2021 (–11 Prozent). Ihr Stimmenanteil liegt bei 7,9 Prozent (–1,4 Prozentpunkte). Auch die GRÜNEN müssen in fast allen Wahlkreisen Verluste ihrer Landesstimmenanteile hinnehmen. Nur im Wahlkreis 29 Mainz III erzielen sie einen geringen Zuwachs im Vergleich zu 2021 (+0,2 Prozentpunkten). Den höchsten Landesstimmenanteil verzeichnen die GRÜNEN im Wahlkreis 27 Mainz I (22,8 Prozent), den niedrigsten Anteil im Wahlkreis 48 Pirmasens (vier Prozent).

Merkmal
 

2026
 

2021
 

Verände-
rung

 

2026
 

2021
 

Verände-
rung

 

Anzahl

 

Anteil in %

%-Punkte

Wahlberechtigte

2.987.228

3.042.195

-55.186

 

x 

x 

x 

Wähler/-innen

2.047.098

1.957.349

89.749

 

68,5 

64,3 

4,2 

   Ungültige Stimmen

18.915

22.470

-3.555

 

0,9 

1,1 

-0,2 

   Gültige Stimmen

2.028.183

1.934.879

93.304

 

99,1 

98,9 

0,2 

Landesstimmen der Parteien      
CDU

627.909

535.318

92.591

 

31,0 

27,7 

3,3 

SPD

525.680

690.962

-165.282

 

25,9 

35,7 

-9,8 

AfD

394.803

160.293

234.510

 

19,5 

8,3 

11,2 

GRÜNE

160.067

179.860

-19.793

 

7,9 

9,3 

-1,4 

Die Linke

88.967

48.206

40.761

 

4,4 

2,5 

1,9 

FREIE WÄHLER

85.081

103.619

-18.538

 

4,2 

5,4 

-1,2 

FDP

42.083

106.809

-64.726

 

2,1 

5,5 

-3,4 

BSW¹

37.770

- 

x 

 

1,9 

- 

1,9 

Tierschutzpartei

32.731

32.527

204

 

1,6 

1,7 

-0,1 

VOLT

22.089

19.286

2.803

 

1,1 

1,0 

0,1 

ÖDP

9.188

13.406

-4.218

 

0,5 

0,7 

-0,2 

PdH¹

1.815

- 

x 

 

0,1 

- 

0,1 

Sonstige²

x 

44.593

x 

 

x 

2,3 

x 

2026 vorläufiges Ergebnis.
1 2021 nicht angetreten. – 2 Parteien, die 2021 angetreten sind, aber 2026 nicht antreten bzw. nicht mit Landesliste vertreten sind (PIRATEN, KLIMALISTE, Die PARTEI).

Landesstimmenanteil ausgewählter Parteien bei den Landtagswahlen

%

2026 vorläufiges Ergebnis.
1 1987 Freie Wählergemeinschaft Rheinland-Pfalz e.V.; 2001 und 2006 Landesverband Freier Wählergruppen Rheinland-Pfalz e.V.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

FDP und FREIE WÄHLER verpassen Wiedereinzug

Die Partei Die Linke erzielt 88.967 Stimmen und kann ihr Ergebnis deutlich verbessern. Gegenüber der Landtagswahl 2021 gewinnt sie fast.40 800 Stimmen hinzu (+85 Prozent). Ihr Stimmenanteil steigt um 1,9 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent. Die Linke bleibt damit unter der Fünf-Prozent-Hürde und verpasst den erstmaligen Einzug in den Landtag. Die Partei kann in allen Wahlkreisen einen Anstieg der Landesstimmenanteile verbuchen. In zwei Wahlkreisen sind die Ergebnisse zweistellig: im Wahlkreis 27 Mainz I (16 Prozent) und im Wahlkreis 25 Trier (10,4 Prozent).

Die FREIEN WÄHLER erreichen 85.081 Landesstimmen, rund 18.500 Stimmen weniger als bei der letzten Landtagswahl (–18 Prozent). Der Stimmenanteil sinkt auf 4,2 Prozent (–1,2 Prozentpunkte). Damit sind die FREIEN WÄHLER nicht mehr im neuen Landtag vertreten. Die FREIEN WÄHLER verlieren in fast allen (48 von 52) Wahlkreisen Landesstimmenanteile, ihr mit Abstand bestes Ergebnis erhalten sie im Wahlkreis 21 Bitburg-Prüm mit 15,3 Prozent.

Die FDP muss relativ betrachtet die größten Verluste hinnehmen: Die Partei kommt auf 42.083 Landesstimmen, das sind rund 64.700 Stimmen weniger als 2021 (–61 Prozent). Ihr Stimmenanteil sinkt um 3,4 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent. Damit bleibt die FDP, bisher noch Teil der Regierungskoalition, unter der Fünf-Prozent-Hürde und verpasst wie auch die FREIEN WÄHLER den Wiedereinzug ins Parlament. Die FDP verliert in allen Wahlkreisen Landesstimmenanteile; die höchsten Werte erreicht sie mit jeweils 2,8 Prozent in den Wahlkreisen 17 Bad Kreuznach und 34 Alzey-Worms.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erhält bei seiner ersten Bewerbung um Mandate des rheinland-pfälzischen Landtags 37.770 Landesstimmen. Mit einem Stimmenanteil von 1,9 Prozent ist das BSW nicht im neuen Landtag vertreten. 

Die sonstigen Parteien kommen zusammen auf 65.823 Stimmen bzw. 3,2 Prozent der Landesstimmen. Damit entschieden sich bei dieser Wahl etwas weniger Wählerinnen und Wähler für eine der sonstigen Parteien als 2021. Damals hatte der Anteil bei 5,7 Prozent gelegen. Den größten Stimmenanteil unter den sonstigen Parteien kann die Tierschutzpartei mit 1,6 Prozent der gültigen Landesstimmen verbuchen. 

Wahl-
jahr

Wahl-
berechtigte

Wähler/
-innen

SPD

CDU

GRÜNE

AfD

FDP

FREIE
WÄHLER

Die Linke

BSW

 

Anzahl

Landesstimmenanteil in %

1947

1.666.547

1.298.567

34,3 

47,2 

9,8 

1951

2.021.104

1.512.643

34,0 

39,2 

16,7 

1955

2.151.228

1.634.750

31,7 

46,8 

12,7 

1959

2.266.778

1.749.227

34,9 

48,4 

9,7 

1963

2.363.313

1.784.261

40,7 

44,4 

10,1 

1967

2.387.307

1.872.966

36,8 

46,7 

8,3 

1971

2.584.585

2.052.908

40,5 

50,0 

5,9 

1975

2.648.336

2.141.144

38,5 

53,9 

5,6 

1979

2.717.051

2.211.862

42,3 

50,1 

6,4 

1983

2.811.399

2.541.834

39,6 

51,9 

4,5 

3,5 

1987

2.866.516

2.205.967

38,8 

45,1 

5,9 

7,3 

1,5 

1991

2.928.865

2.163.556

44,8 

38,7 

6,5 

6,9 

1996

2.987.099

2.114.933

39,8 

38,7 

6,9 

8,9 

2001

3.025.090

1.879.960

44,7 

35,3 

5,2 

7,8 

2,5 

2006

3.075.577

1.791.072

45,6 

32,8 

4,6 

8,0 

1,6 

2,6 

2011

3.088.199

1.908.734

35,7 

35,2 

15,4 

4,2 

2,3 

3,0 

2016

3.071.972

2.161.506

36,2 

31,8 

5,3 

12,6 

6,2 

2,2 

2,8 

2021

3.042.195

1.957.349

35,7 

27,7 

9,3 

8,3 

5,5 

5,4 

2,5 

2026

2.987.228

2.047.098

25,9 

31,0 

7,9 

19,5 

2,1 

4,2 

4,4 

1,9 

2026 vorläufiges Ergebnis.