40/2026 | Diane Dammers | Volkswirtschaft, Außenhandel, Preise, Arbeit

Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz 2025

Lage der Wirtschaft bleibt angespannt – Exporte steigen trotz handels- und geopolitischer Konflikte

27. April 2026

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Wirtschaftsflaute hinterlässt Spuren am Arbeitsmarkt

Im Jahr 2025 waren in Rheinland-Pfalz 2,06 Millionen Personen erwerbstätig. Gegenüber dem Vorjahr sank die Erwerbstätigenzahl leicht um 2.300 Personen bzw. 0,1 Prozent. Nach dem Rekordhoch 2023 ist dies der zweite Rückgang in Folge. Bundesweit blieb die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahr konstant (–0,0 Prozent). 

Der Rückgang der Zahl der Erwerbstätigen ist auf Einbußen im Produzierenden Gewerbe zurückzuführen. Im Jahr 2025 arbeiteten 499.800 Erwerbstätige in diesem Wirtschaftsbereich und damit erstmals seit 2010 wieder weniger als 500.000 Menschen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Erwerbstätigen 2025 um 10.600 Personen bzw. 2,1 Prozent. Im Dienstleistungssektor stieg die Erwerbstätigenzahl 2025 um 8.400 Personen bzw. 0,6 Prozent. Der Zuwachs beschränkte sich jedoch ausschließlich auf den größten und stark staatlich geprägten Teilbereich „Öffentliche und sonstige Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit”; dort kamen 12.300 Erwerbstätige hinzu (+1,7 Prozent). In den übrigen Dienstleistungsbereichen ging die Beschäftigung zurück. Im Bereich „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ wurden 3.000 Arbeitsplätze abgebaut (–0,6 Prozent) und im Bereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen, Grundstücks- und Wohnungswesen” sank die Erwerbstätigenzahl um 1.000 Personen bzw. 0,3 Prozent.

Erwerbstätige 2025

Nach ausgewählten Wirtschaftsbereichen; Veränderung zum Vorjahr in %

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Am 30. Juni 2025 hatten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 1,49 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ihren Arbeitsplatz in Rheinland-Pfalz. Die Beschäftigtenzahl stieg leicht um 0,1 Prozent bzw. 1.400 Personen und erreichte einen neuen Höchststand (Deutschland: +0,1 Prozent). Die Zahl der geringfügig Beschäftigten blieb 2025 nahezu unverändert. Im Berichtsjahr gab es in Rheinland-Pfalz 411.000 sogenannte „Minijobber“; das waren 300 bzw. 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr (Deutschland: –0,2 Prozent).

Die schwache Entwicklung der rheinland-pfälzischen Wirtschaft hinterlässt Spuren am Arbeitsmarkt. Im Jahresdurchschnitt waren 2025 rund 126.100 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer arbeitslos gemeldet, das waren 5.500 Personen bzw. 4,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Deutschlandweit stieg die Zahl der Arbeitslosen mit +5,8 Prozent etwas stärker. Die schwache Wirtschaftsentwicklung hat die Perspektiven von arbeitssuchenden Menschen weiter verschlechtert. Die Verfestigung der Arbeitslosigkeit zeigt sich am Zuwachs der Langzeitarbeitslosen. Im Jahr 2025 wurden rund 42.000 Personen als langzeitarbeitslos eingestuft. Das entspricht einer Steigerung um 8,3 Prozent (Deutschland: +6,6 Prozent). Langzeitarbeitslose sind Personen, die seit mindestens einem Jahr bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitslos gemeldet sind. Diese Gruppe machte mit 33 Prozent knapp ein Drittel aller Arbeitslosen aus (Deutschland: 35 Prozent).

Arbeitslosenquote 2024 und 2025 nach Monaten

%

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Die Arbeitslosenquote stieg 2025 um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit 2013. Damit war die Quote in Rheinland-Pfalz aber weiterhin deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt: In Deutschland lag die Arbeitslosenquote 2025 bei 6,3 Prozent, was eine Zunahme um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Im Ländervergleich belegt Rheinland-Pfalz seit 2003 durchgehend den dritten Platz hinter Bayern (2025: vier Prozent) und Baden-Württemberg (4,6 Prozent).

Die Zahl der Arbeitslosen ist ein Indikator für die Ausschöpfung des Arbeitsangebotes. Demgegenüber ist die Zahl der zur Vermittlung gemeldeten freien Arbeitsstellen ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeit. Es ist zu beachten, dass der Bundesagentur für Arbeit nicht alle offenen Stellen gemeldet werden. Daher bilden die gemeldeten Arbeitsstellen nur einen Teil der freien Stellen ab, für die Arbeitskräfte nachgefragt werden. Im Jahresdurchschnitt wurden 2025 rund 33.500 offene Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 3.500 Stellen bzw. 9,4 Prozent weniger als im Vorjahr (Deutschland: –8,9 Prozent). Die Zahl der gemeldeten Stellen nahm im Jahresverlauf ab. Wurden im Januar 34.700 Stellen registriert, waren es im Dezember nur noch 32.000.

Detaillierte Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung finden Sie in der Statistischen Analyse „Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz – Jahreswirtschaftsbericht 2025". Darin werden die ökonomischen Entwicklungen des vergangenen Jahres und ihre möglichen Ursachen textlich analysiert sowie mit umfangreichen Tabellen und zahlreichen Grafiken dargestellt. 
Die Analyse „Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz – Jahreswirtschaftsbericht 2025“ steht zum kostenlosen Download bereit.

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