Das Wetter im Anbaujahr 2024/25: Herausforderungen beim Einbringen der Ernte
Das Wetter im Anbaujahr[1] begann im Herbst 2024 mit häufigen Niederschlägen und teils deutlichen Temperaturschwankungen, die die Vegetation prägten. Trotz trüber Phasen im Oktober und November konnten die Aussaaten planmäßig erfolgen, unterstützt von einer verlängerten Vegetationszeit. Der Winter verlief mild mit nur kurzen Kältephasen. Im Februar und besonders im März führten Trockenheit und frühe Wärme zu Wasserdefiziten in oberen Bodenschichten und erhöhter Waldbrandgefahr, boten aber gute Bedingungen für Düngung, Pflanzenschutz und Aussaat der Sommerungen.
April und Mai waren warm, sonnig und oft trocken, was Vegetationsschübe, aber auch erhöhten Bewässerungsbedarf und Trockenstress brachte. Niederschläge Ende Mai sorgten für deutliche Wachstumsimpulse. Der Juni blieb sehr warm und trocken; lokale Gewitter reichten nicht zur Wasserversorgung aus, sodass vielerorts eine Bewässerung notwendig wurde. Der Juli begann mit einer starken Hitzewelle, die anschließend von unbeständigem, teils unwetterartigem Wetter abgelöst wurde. Die wechselhafte Phase brachte regional Starkregen, Sturm und Hagel – eine Herausforderung für Feld- und die Erntearbeiten. Zwar verzögerte sich aufgrund von längeren Regenphasen teilweise die Ernte des reifen Getreides, anschließend lief sie dann aber ohne größere Komplikationen ab. Dagegen profitierten Mais, Zuckerrüben und Grünland von den Niederschlägen. Insgesamt war der Monat jedoch zu warm und außergewöhnlich niederschlagsreich. Im August sorgte eine weitere Hitzewelle Mitte des Monats für extreme Wärmebelastung, gefolgt von kühlen Nächten. Erst Ende August entspannten Starkregen und Gewitter, die lokal hohe Mengen brachten, die Situation. Für die Landwirtschaft bedeutete dies eine Mischung aus Hitze- und Trockenstress sowie punktueller Wasserüberlastung auf den Feldern.
Der September setzte den wechselhaften Trend fort. Der Niederschlag fiel außergewöhnlich stark aus – regional mehr als doppelt so viel wie üblich, insbesondere in Trier und der Eifel. Dies führte lokal zu Überlastungen in Feldkulturen, während andere Regionen weiterhin unter Trockenheit litten. Die Sonnenscheindauer blieb leicht unter dem Soll. Aufgrund der Niederschläge begann die Weinlese teilweise früher als üblich und fand unter Hochdruck statt. Der Oktober zeigte sich sonnenarm und vergleichsweise nass. Der Niederschlag fiel ungleichmäßig, zwischenzeitliche Hochdruckphasen ermöglichten Arbeiten an Feldern und in Obstanlagen.
Getreideanbau verzeichnet einen Anstieg
Mit gut 216.700 Hektar wurden in Rheinland-Pfalz im Jahr 2025 nach dem endgültigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung knapp zwei Prozent mehr Getreide zur Körnergewinnung[2] als im Vorjahr. Die mit Abstand wichtigste Kulturart blieb der Winterweizen, dessen Anbaufläche auf 97.800 Hektar anwuchs – ein Plus von 7,4 Prozent. Dieser deutliche Zuwachs dürfte vor allem auf die milden Winterbedingungen mit geringen Auswinterungsschäden, günstige Aussaatbedingungen im Herbst sowie später einsetzende Niederschläge zurückzuführen sein, die zusammen ein insgesamt stabiles Pflanzenwachstum ermöglichten. Sommer- und Hartweizen dagegen blieben mit 7.000 Hektar Anbaufläche auf nahezu dem Niveau des Vorjahres (7.100 Hektar).
Die Wintergerste blieb 2025 nahezu auf dem Vorjahresniveau und ging lediglich um 0,6 Prozent zurück, nachdem zuvor noch ein Anstieg von über zwei Prozent verzeichnet worden war. Der Rückgang der Sommergerstenflächen setzte sich dagegen deutlich fort: Mit 27.200 Hektar wurde der niedrigste Wert seit 1950 erreicht. Insgesamt verringerte sich die Gerstenanbaufläche damit um 4,2 Prozent beziehungsweise 3.100 Hektar.
Die Anbaufläche von Triticale ging 2025 auf 15.400 Hektar zurück – ein Minus von fünf Prozent beziehungsweise 800 Hektar. Hafer legte hingegen deutlich zu und wurde auf 5.000 Hektar angebaut, was einem Anstieg von 23 Prozent entspricht. Die Flächen für Roggen und Wintermenggetreide nahmen weiter ab und reduzierten sich auf 8.700 Hektar (–3,3 Prozent). Für den Körnermaisanbau waren 10.100 Hektar vorgesehen, womit sich die Fläche um 9,5 Prozent vergrößerte.
Zuckerrüben (ohne Saatguterzeugung), die wichtigste Hackfrucht in Rheinland-Pfalz, gingen 2025 auf 17.100 Hektar zurück, ein Minus von 4,1 Prozent. Winterraps blieb mit 42.900 Hektar nahezu stabil und verzeichnete lediglich einen leichten Anstieg von 0,9 Prozent. Der Kartoffelanbau stieg wieder an: Die Fläche wuchs auf 7.400 Hektar, was einem Plus von gut 15 Prozent entspricht. Andere Ölfrüchte, wie Körnersonnenblumen oder Hülsenfrüchte (z. B. Erbsen, Ackerbohnen), waren 2025 in statistischer Hinsicht nach wie vor von untergeordneter Bedeutung.
Ackerland 2025 nach Anbauflächen
Anteil in %
© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Die landwirtschaftlich genutzte Fläche der rheinland-pfälzischen Betriebe beträgt rund 711.900 Hektar. Davon werden etwa 383.700 Hektar (54 Prozent) ackerbaulich genutzt. Auf Dauergrünland entfallen 256.900 Hektar (36 Prozent). Etwa jedes zehnte Hektar der landwirtschaftlich genutzten Fläche ist mit Dauerkulturen wie Rebflächen oder Obstanlagen bestellt, was 71.300 Hektar entspricht.
Bundesweit wurden 2025 auf knapp der Hälfte des Ackerlandes (11,7 Millionen Hektar) Getreide zur Körnergewinnung angebaut. Auf der Getreidefläche von gut sechs Millionen Hektar wuchsen überwiegend Winterweizen (2,9 Millionen Hektar), Wintergerste (1,2 Millionen Hektar) und Roggen einschließlich Wintermenggetreide (539.000 Hektar) sowie Körnermais einschließlich Corn-Cob-Mix (490.000 Hektar). Im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz ist in Deutschland Silomais mit fast zwei Millionen Hektar die zweitwichtigste Fruchtart auf dem Ackerland. Winterraps wurde auf 1,1 Millionen Hektar angebaut. Der Kartoffelanbau ist 2025 auf 301.800 Hektar erweitert worden.
Mehr Getreide aus rheinland-pfälzischer Ernte
Die Getreideernte in Rheinland-Pfalz belief sich 2025 auf 1,5 Millionen Tonnen. Damit fiel die Erntemenge im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent höher aus. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024 wurde ein Zuwachs von 4,8 Prozent verzeichnet. Nicht enthalten in dieser Menge sind die Erträge von Körnermais und Corn-Cob-Mix (97.200 Tonnen), einem Gemisch aus Körnern und Spindeln des Maises.
Ursächlich für die deutlich gestiegene Getreideernte waren sowohl die erweiterten Anbauflächen als auch die höheren Erträge pro Hektar. Der durchschnittliche Getreideertrag – ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix – lag bei 7,2 Tonnen je Hektar und somit fast 13 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024 wurde der Ertrag um 6,6 Prozent übertroffen.
Getreideernte in Deutschland fast ein Fünftel größer
In Deutschland belief sich die Getreideernte[3] 2025 nach dem vorläufigen Ergebnis auf knapp 40,6 Millionen Tonnen. Die Vorjahreserntemenge von 34 Millionen Tonnen wurde um 19 Prozent überschritten. Gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt (38,2 Millionen Tonnen) entspricht dies einer Zunahme von 6,1 Prozent.
Der durchschnittliche Hektarertrag bei Getreide insgesamt lag mit 7,4 Tonnen um fast neun Dezitonnen (+14 Prozent) über dem Vorjahresergebnis. Gegenüber dem sechsjährigen Mittel wurde eine Ertragssteigerung von 8,2 Prozent erzielt. Die rheinland-pfälzische Erzeugung trug rund 3,6 Prozent zur deutschen Ernte bei.
Über die Hälfte der Getreideernte entfällt auf Winterweizen
Entsprechend der Bedeutung im Anbau hatte der Winterweizen mit 746.200 Tonnen bzw. 51 Prozent den größten Anteil an der Gesamterntemenge in Rheinland-Pfalz. Die Erntemenge übertraf den mehrjährigen Durchschnitt um 4,6 Prozent. die Vorjahresmenge um 21 Prozent. Der durchschnittliche Ertrag lag mit 7,6 Tonnen pro Hektar um 13 Prozent höher als im Vorjahr; der Sechs-Jahres-Durchschnitt beträgt 7,3 Tonnen pro Hektar.
Getreide- und Winterrapsernte nach ausgewählten Fruchtarten
1.000 t
© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Der durchschnittliche Hektarertrag der Wintergerste lag 2025 bei 7,5 Tonnen pro Hektar und damit fast 15 Prozent über dem Vorjahreswert von 6,5 Tonnen. Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt von 7,1 Tonnen pro Hektar waren es 5,6 Prozent mehr. Bei nahezu unveränderter Anbaufläche stieg die Gesamternte der Wintergerste auf 331.700 Tonnen, ein Plus von 14 Prozent.
Der Hektarertrag der Sommergerste erhöhte sich auf sechs Tonnen pro Hektar und lag damit 6,4 Prozent über dem Vorjahr (5,6 Tonnen) sowie 9,7 Prozent über dem mehrjährigen Mittel (5,4 Tonnen). Aufgrund der reduzierten Anbaufläche fiel die Gesamternte jedoch auf 162.200 Tonnen und war damit 3,6 Prozent niedriger als im Vorjahr.
Triticale erzielte 2025 einen durchschnittlichen Hektarertrag von sieben Tonnen und eine Gesamternte von 106.800 Tonnen. Damit wurde das Vorjahresniveau um sieben Prozent übertroffen. Beim Roggen einschließlich Wintermenggetreide stieg der Hektarertrag auf 6,1 Tonnen pro Hektar. Der Ertrag lag 2,9 Prozent über dem Vor-jahreswert, verfehlte jedoch das langjährige Mittel um 1,6 Prozent. Die Erntemenge betrug 52.600 Tonnen.
Winterweizenproben der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung nach Druschterminen
Anteil in %¹
1 Anteil der bis zum jeweiligen Datum geernteten Proben
© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Hektarerträge ausgewählte Getreidearten¹ und Winterraps
t je ha
1 Ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix sowie anderes Getreide zur Körnergewinnung. – 2 Einschließlich Wintermenggetreide.
© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
