Winterweizenproben der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung nach Fallzahlenklassen
Anteil in %
© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Winterrapserträge steigen weiter
Der Hektarertrag von Winterraps lag 2025 bei 4,2 Tonnen pro Hektar und damit zwölf Prozent über dem langjährigen Mittel. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Ertrag um 6,3 Prozent. Deutschlandweit erhöhte sich der Ertrag – nach einem Rückgang im Vorjahr – von 3,3 auf 3,6 Tonnen (+9,1 Prozent).
Die Erntemenge stieg in Rheinland-Pfalz auf insgesamt 181.600 Tonnen (+7,2 Prozent). Im Vergleich zum lang-jährigen Durchschnitt war dies eine Zunahme von knapp 24 Prozent. Die vorläufige Erntemenge in Deutschland umfasste fast vier Millionen Tonnen und übertraf die Erntemenge des Vorjahres um ein Zehntel. Neben dem höheren Ertrag trug auch die größere Anbaufläche zu dem Anstieg bei.
Der wichtigste Verwendungszweck von Winterraps ist die Ölgewinnung. Der durchschnittliche Ölgehalt der untersuchten Proben betrug fast 44 Prozent und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres.
Kartoffelernte deutlich im Plus
Der durchschnittliche Kartoffelertrag lag 2025 bei 36,3 Tonnen pro Hektar und übertraf damit den Vorjahreswert um 4,6 Prozent sowie den langjährigen Durchschnitt von 34,6 Tonnen um fünf Prozent. Die Anbaufläche stieg deutlich auf 7.400 Hektar. Zusammen führten diese Steigerungen zu einer Gesamternte von 268.200 Tonnen, das waren 20 Prozent mehr als im Vorjahr und elf Prozent mehr als im langjährigen Mittel.
In Deutschland wird voraussichtlich eine Rekordernte eingebracht. Mit 13,4 Millionen Tonnen Kartoffeln wird der mehrjährige Durchschnitt (11,4 Millionen Tonnen) deutlich übertroffen. Gegenüber dem Vorjahresergebnis betrug das Plus noch fünf Prozent. Bundesweit überschritten die vorläufigen Hektarerträge 44 Tonnen und lagen damit über dem langjährigen Durchschnitt (42 Tonnen je Hektar).
Gute Grundfutterernte
Trotz der vergleichsweise späteren Aussaat aufgrund anhaltender Nässe lieferte der Silomais 2025 sehr gute Erträge. Mit 45,8 Tonnen pro Hektar wurde der Vorjahreswert um zehn Prozent übertroffen. Gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt von 39,6 Tonnen wurden sogar 16 Prozent mehr erzielt. Insgesamt betrug die Erntemenge knapp 1,5 Millionen Tonnen, ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Anders als in vielen Teilen Deutschlands konnte somit in Rheinland-Pfalz eine üppige Ernte verzeichnet werden, was unter anderem auf die hier verwendeten Silomais-Sorten zurückgeführt wird, die auch bei wechselhafter Witterung stabile Erträge liefern.
Das trockene Frühjahr beeinträchtigte das Wachstum von Wiesen und Weiden: Der für den Gesamtertrag wichtige erste Schnitt (Heu oder Silage) fiel deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Mit insgesamt knapp 5,8 Tonnen bzw. 5,4 Tonnen Trockenmasse je Hektar lagen die Erträge von Wiesen bzw. Weiden etwa zehn Prozent unter den Vorjahreswerten. Insgesamt wurde eine Menge von 1,4 Millionen Tonnen geerntet.
Viele Äpfel, Pflaumen und Zwetschen
Nach einigen mageren Jahren mit Frostschäden waren die Bedingungen 2025 deutlich besser. Das Wetter zur Blütezeit und während der Fruchtentwicklung führte zu einer guten Obsternte. Mit 53.000 Tonnen wurde das schlechte Ergebnis des Vorjahres um fast 39 Prozent und der langjährige Durchschnitt um knapp 15 Prozent übertroffen.
Die Angaben zu den Anbauflächen für Baumobst werden nur alle fünf Jahre im Rahmen der Baumobsterhebung aktualisiert. Die Fläche der in die Ernteberichterstattung einbezogenen Baumobstarten betrug 2022 rund 3.620 Hektar. Äpfel sind mit rund einem Drittel der Fläche (1.260 Hektar) die wichtigste Obstart. Es folgten Pflaumen und Zwetschen (926 Hektar) vor Süßkirschen (657 Hektar) und Sauerkirschen (455 Hektar). Mirabellen und Renekloden wuchsen auf 188 Hektar und Birnen auf 139 Hektar.
Durchschnittlich 22,9 Tonnen Äpfel pro Hektar ernteten die Baumobst anbauenden Betriebe. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 25 Prozent und gegenüber dem langjährigen Mittel eine Steigerung von knapp 20 Prozent. Wird der Hektarertrag mit der Anbaufläche aus 2022 multipliziert, errechnet sich eine Erntemenge von rund 28.800 Tonnen.
Das milde Frühjahr mit viel Sonne und wenig Regen zur Blütezeit begünstigte die Fruchtbildung von Süß- und Sauerkirschen, was sich deutlich in den Erntezahlen zeigte. Von einem Hektar Süßkirschen wurden 5,6 Tonnen und damit 2,4 Tonnen mehr als im Vorjahr geerntet (+77 Prozent). Im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt betrug die Zunahme 19 Prozent. Sauerkirschen brachten mit 5,8 Tonnen je Hektar (Vorjahr: 4,2 Tonnen je Hektar) zwar einen um 39 Prozent höheren Ertrag als im Vorjahr ein, dieser liegt jedoch rund19 Prozent unter dem langfristigen Vergleichswert. Die Erntemengen betrugen 3.600 Tonnen bei Süßkirschen und 2.700 Tonnen bei Sauerkirschen. Pflaumen und Zwetschen verdoppelten fast ihren Hektarertrag: Mit 15,7 Tonnen lag der Ertrag rund 92 Prozent über dem des Jahres 2024. Im langfristigen Vergleich betrug das Plus 38 Prozent. Mirabellen und Renekloden (10,2 Tonnen je Hektar) konnten sowohl im Vergleich zum Vorjahresertrag als auch beim mehrjährigen Durchschnitt zehn Prozent zulegen. Birnen (11,2 Tonnen je Hektar) verloren gegenüber Vorjahr und dem mehrjährigen Durchschnitt jeweils 17 Prozent.
Unterdurchschnittliche Weinmosternte
Ende Oktober 2025 schätzten die Ernteberichterstatterinnen und -berichterstatter die rheinland-pfälzische Weinmosternte nur noch auf rund 5,4 Millionen Hektoliter. Damit lag die Ernte 7,4 Prozent unter dem zehnjährigen Mittelwert und 4,1 Prozent unter der Vorjahresernte. Die Erntemenge der weißen Moste betrug vier Millionen Hektoliter und die des roten Mosts 1,4 Millionen Hektoliter.
Weinmosternte
Mio. hl
1 Vorläufiges Ergebnis.
© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Nach zunächst überdurchschnittlich guten Schätzungen im August mussten die Erwartungen aufgrund der starken Regenfälle im September angepasst werden. Der Regen beschädigte viele Trauben und machte sie anfällig für Fäulnis, sodass die Weinbaubetriebe zu einer intensiven Lese gezwungen waren. Viele Trauben konnten nicht verwendet und mussten aussortiert werden. Die Wetterlage erforderte zudem eine schnelle und zügige Ernte, um weitere Verluste zu vermeiden.
Rheinhessen, das größte Anbaugebiet Deutschlands, verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang der Erntemenge um fast zwölf Prozent. In der Pfalz fiel die Erntemenge elf Prozent niedriger aus. Dagegen konnten die Winzerinnen und Winzer an der Mosel gut 230.000 Hektoliter (+45 Prozent) mehr als im schlechten Vorjahr ernten. An der Nahe wurde ebenfalls gut ein Fünftel mehr gelesen. Auch am Mittelrhein und an der Ahr meldeten die Betriebe deutlich größere Erntemengen.