34/2026 | Simone Emmerichs, Marina Metz | Bevölkerung, Arbeit, Bildung, Soziales, Über uns

Frauen in Rheinland-Pfalz

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2026

02. März 2026

Lesezeit ca. 12 Minuten
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Durchschnittlicher Bruttomonatsverdienst¹

Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer/-innen, ohne Sonderzahlungen, in EUR

1 Verdiensterhebung 4/2025.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Frauen sind häufiger von Armut bedroht

Armut ist häufiger weiblich: Die Armutsgefährdungsquote der rheinland-pfälzischen Frauen lag 2024 bei 18 Prozent, die der Männer bei 15,7 Prozent. Besonders oft von Armut betroffen sind ältere Frauen ab 65 Jahren sowie Jüngere im Alter von 18 bis unter 25 Jahren. Differenziert nach dem Alter zeigt sich, dass Frauen in allen Altersgruppen stärker gefährdet sind als Männer. Im Jahr 2024 waren 22,9 Prozent der älteren Frauen von Armut bedroht, bei den Männern dieser Altersgruppe waren es mit 16,9 Prozent deutlich weniger. Hier dürften unterbrochene Erwerbsbiografien der Frauen – z. B. durch Kindererziehungszeiten oder Pflege von Angehörigen – eine Rolle spielen.[13] 

Unter den jüngeren Frauen lag der Anteil bei 23,8 Prozent. Hier fällt der Unterschied zu den Männern (22 Prozent) geringer aus als bei den Älteren. Menschen dieser Altersgruppe verfügen überwiegend noch über ein geringeres Einkommen aufgrund von Ausbildungs- bzw. Studienzeit. 

Armutsgefährdungsquote¹

Anteil an der jeweiligen Bevölkerung in % (gemessen am Bundesmedian)

1 Mikrozensus (Endergebnisse).

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Unterschiede im Wahlverhalten zwischen Männern und Frauen

Im Februar 2025 fand die Wahl des 21. Deutschen Bundestags als vorgezogene Neuwahl nach dem Bruch der Ampelkoalition im Herbst 2024 statt. Die Wahlbeteiligung war mit 83,0 Prozent die höchste seit 1998. Dabei lag das Wahlinteresse bei Frauen mit 82,3 Prozent etwas unter dem der Männer mit 83,6 Prozent (–1,3 Prozentpunkte). Dies gilt jedoch nicht für alle Altersgruppen, so war z. B. die Wahlbeteiligung bei den Frauen im Alter von 21 bis 24 Jahren um 6,6 Prozentpunkte höher als die der gleichaltrigen Männer. Die höchste Wahlbeteiligung bei der Betrachtung nach Geschlecht und Altersgruppen zeigte sich bei den 60- bis 69-jährigen Frauen mit 87,1 Prozent.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern lassen sich auch in der Wahlentscheidung feststellen: Zwar waren beide Geschlechter sich in ihrer Entscheidung für die CDU als stärkste Kraft einig: 30,3 Prozent der Frauen und 31 Prozent der Männer setzten ihr Kreuz bei den Christdemokraten. Bei der AfD, die bei der Bundestagswahl 2025 zweitstärkste Kraft wurde, zeigten sich allerdings deutliche Unterschiede: Die Partei erzielte bei den Frauen mit 15,6 Prozent einen um neun Prozentpunkte niedrigeren Zweitstimmenanteil als bei den Männern, von denen beinahe jeder Vierte (24,6 Prozent) für die AfD stimmte. Frauen entschieden sich dafür etwas häufiger für Parteien im eher linken Spektrum. So erhielt die SPD bei den Frauen 20,3 Prozent (Männer: 17 Prozent), die Grünen 11,6 Prozent (Männer: 9,1 Prozent) und Die Linke 7,8 Prozent (Männer: 5,2 Prozent) der Zweitstimmen. Die FDP, die den Einzug in den Bundestag verpasste, kam bei den rheinland-pfälzischen Wählerinnen auf 4,1 Prozent, bei den Wählern auf 5,1 Prozent. 

Detaillierte Informationen zum Wahlverhalten von Männern und Frauen finden Sie in der Statistischen Analyse Nr. 69 „Bundestagswahl 2025 – Repräsentative Wahlstatistik

Weniger Verkehrsunfälle und weniger Straftaten

Frauen sind seltener in Verkehrsunfälle mit Personenschaden verwickelt: Von den 23.800 Beteiligten an Verkehrsunfällen mit Personenschaden im Jahr 2024 war nur gut ein Drittel (34 Prozent) weiblich. Die körperlichen Unfallfolgen sind dabei seltener schwerwiegend: Rund 88 Prozent der verunglückten Frauen sind leicht verletzt (Männer: 84 Prozent), zwölf Prozent schwer verletzt (Männer: 15 Prozent). Auch der Anteil der Todesopfer ist unter den Frauen mit 0,5 Prozent geringer als bei den Männern (ein Prozent).

Vor Gericht müssen Frauen sich seltener wegen einer Straftat verantworten: Nur knapp ein Fünftel (18,5 Prozent) der 29.100 Verurteilten im Jahr 2024 ist weiblich. Im direkten Geschlechtervergleich werden für Delikte in den Bereichen „Andere Vermögens- und Eigentumsdelikte“ sowie „Diebstahl und Unterschlagung“ eher Frauen verurteilt als Männer. Auf „Andere Vermögens- und Eigentumsdelikte“ beziehen sich 29 Prozent der Verurteilungen von Frauen, bei Männern sind es 19 Prozent. „Diebstahl und Unterschlagung“ ist bei Frauen in 19 Prozent der Fälle der Verurteilungsgrund (Männer: zwölf Prozent). Dafür fallen Urteile wegen „Straftaten gegen eine Person“ häufiger gegen Männer. Während nur neun Prozent der verurteilten Frauen eine solche Straftat nachgewiesen wurde, waren es bei den Männern 18,5 Prozent. Auch unter den 2.400 Strafgefangenen waren nur 8,4 Prozent Frauen.[14] 

Neues Faltblatt „Frauen in Rheinland-Pfalz“ veröffentlicht

Cover des Faltblatts Frauen

Das Statistische Landesamt in Bad Ems hat aus Anlass des Internationalen Frauentags am 8. März 2026 das Faltblatt „Frauen in Rheinland-Pfalz“ neu aufgelegt. Die Publikation stellt anhand ausgewählter Daten der amtlichen Statistik die Situation von Frauen in verschiedenen Lebensbereichen dar und weist kleinere und größere Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern aus. 

Das Faltblatt „Frauen in Rheinland-Pfalz” steht zum kostenlosen Download bereit.

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