30/2026 | Diane Dammers, Moritz Hohlstein, Maximilian Lüke, Dr. Annette Tennstedt | Konjunktur, Volkswirtschaft, Industrie, Preise, Arbeit, Baugewerbe

Konjunktur Aktuell

3. Quartal 2025: Wirtschaftsleistung stagniert nahezu

09. Januar 2026

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Industrieproduktion sinkt

In Rheinland-Pfalz ist die Industrie ein bedeutender Wirtschaftsbereich. Sie trägt 21 Prozent zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei. Die differenzierte Betrachtung der konjunkturellen Entwicklung in der Industrie erfolgt anhand von Indikatoren aus den Unternehmensstatistiken, die jeden Monat erhoben werden.

Produktionsindex (real) im Verarbeitenden Gewerbe

Index: 2021=100

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Konjunkturdaten des Verarbeitenden Gewerbes im 3. Quartal 2025: Produktionsindex (preisbereinigt)¹

Veränderung zum Vorquartal in %

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Veränderung zum Vorquartal in %

Wirtschaftszweig/Güterhauptgruppen

Q1/25

Q2/25

Q3/25

Verarbeitendes Gewerbe

-2,2

4,6

-1,4

davon

 

 

 

     Vorleistungsgüterproduzenten

-3,4

3,5

-3,1

     Investitionsgüterproduzenten

-0,6

10,1

0,6

     Konsumgüterproduzenten

-1,2

0,7

-0,1

darunter

 

 

 

     Herstellung von chemischen Erzeugnissen

-3,5

4,3

-7,3

     Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

3,1

14,9

0,1

     Maschinenbau

-3,7

5,6

7,2

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion nahm im dritten Quartal 2025 ab. Der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex lag um 1,4 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals. Nach dem Verwendungszweck der hergestellten Industriegüter lassen sich drei Güterhauptgruppen unterscheiden: Vorleistungsgüter, Investitionsgüter und Konsumgüter. In Rheinland-Pfalz wird die Industrieproduktion besonders durch die Vorleistungsgüterindustrie geprägt, die mehr als die Hälfte der Industrieumsätze erwirtschaftet. Auf die Investitionsgüterindustrie und die Konsumgüterindustrie entfallen Umsatzanteile von 27 bzw. 18 Prozent. Der Produktionsrückgang im dritten Quartal ist im Wesentlichen auf Einbußen in der Vorleistungsgüterindustrie zurückzuführen. Die Hersteller von Vorleistungsgütern reduzierten ihre Produktion um 3,1 Prozent. Die Ausbringung der Konsumgüterproduzenten blieb nahezu unverändert (–0,1 Prozent). Die Investitionsgüterindustrie produzierte hingegen 0,6 Prozent mehr als im Vorquartal.

Für den Produktionsrückgang in der Vorleistungsgüterindustrie waren unter anderem die Hersteller chemischer Erzeugnisse verantwortlich, die ihren Güterausstoß im dritten Quartal um 7,3 Prozent drosselten. Die Chemieindustrie ist die mit Abstand größte Industriebranche in Rheinland-Pfalz. Zum Anstieg in der Investitionsgüterindustrie trug besonders der Maschinenbau bei, der seine Ausbringung kräftig um 7,2 Prozent erhöhte. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie zählt, lag die Produktion in etwa auf dem Niveau des Vorquartals (+0,1 Prozent). Der Maschinenbau und die Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie sind gemessen am Umsatz die zweit- bzw. drittgrößte Industriebranche in Rheinland-Pfalz.

Inlands- und Auslandsumsätze nehmen leicht zu

Der Produktionsindex lässt nicht erkennen, wie sich das In- und Auslandsgeschäft jeweils entwickelt hat. Einen Hinweis darauf geben die Industrieumsätze, die nach Inland und Ausland differenziert vorliegen. Allerdings ist zu beachten, dass es sich um nominale Umsatzangaben handelt, deren Veränderung sowohl auf Mengen- als auch auf Preisänderungen zurückzuführen sein kann.

Die kalender- und saisonbereinigten Umsätze der Industrie nahmen im dritten Quartal 2025 leicht zu; sie waren 0,7 Prozent höher als im Vorquartal. Die Erlöse im Inlandsgeschäft wuchsen um 0,8 Prozent und die Auslandsumsätze um 0,7 Prozent.

Für den Umsatzanstieg im dritten Quartal war die Investitionsgüterindustrie verantwortlich. In dieser Güterhauptgruppe übertrafen die Erlöse das Niveau des Vorquartals um 3,4 Prozent. Dabei wuchsen die Inlandsumsätze stärker als das Auslandsgeschäft (+4,9 bzw. +2,4 Prozent). In den beiden anderen Güterhauptgruppen sanken die Erlöse. Die Konsumgüterproduzenten erzielten 2,7 Prozent weniger Umsätze als im Vorquartal. Der Grund waren Einbußen im Inlandsgeschäft (–5 Prozent). Im Ausland verbuchte die Konsumgüterindustrie hingegen ein Umsatzplus von 1,5 Prozent. Die Hersteller von Vorleistungsgütern mussten ebenfalls Einbußen hinnehmen (–1,5 Prozent). Sowohl im Inland als auch im Ausland schrumpften die Erlöse (–1,8 bzw. –1,3 Prozent).

Konjunkturdaten des Verarbeitenden Gewerbes im 3. Quartal 2025: Umsatz (in jeweiligen Preisen)¹

Veränderung zum Vorquartal in %

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Veränderung zum Vorquartal in %

Wirtschaftszweig/Güterhauptgruppen

Q1/25

Q2/25

Q3/25

Verarbeitendes Gewerbe

0,6

0,5

0,7

     Inland

-0,9

0,4

0,8

     Ausland

1,8

0,7

0,7

davon

 

 

 

     Vorleistungsgüterproduzenten

2,5

-1,9

-1,5

          Inland

1,5

-0,4

-1,8

          Ausland

3,2

-3,0

-1,3

     Investitionsgüterproduzenten

-2,8

8,9

3,4

          Inland

-13,0

2,7

4,9

          Ausland

5,6

13,1

2,4

     Konsumgüterproduzenten

4,1

-0,9

-2,7

          Inland

14,6

-1,5

-5,0

          Ausland

-11,3

0,3

1,5

darunter

 

 

 

     Herstellung von chemischen Erzeugnissen

4,6

-4,0

-0,8

          Inland

1,1

-1,3

-4,2

          Ausland

6,1

-5,0

0,6

     Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

0,3

14,0

5,5

          Inland

-32,0

3,4

23,6

          Ausland

32,8

19,5

-2,6

     Maschinenbau

-4,6

6,0

5,9

          Inland

-5,9

-4,5

3,0

          Ausland

-4,0

10,8

7,1

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

In der Investitionsgüterindustrie trugen die beiden großen Branchen zum Umsatzwachstum bei. Die Erlöse der Maschinenbauer lagen um 5,9 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Dabei florierte besonders das Auslandsgeschäft (+7,1 Prozent), aber auch das Inlandsgeschäft verzeichnete ein Plus von drei Prozent. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie stiegen die Umsätze im dritten Quartal ebenfalls (+5,5 Prozent). Ausgehend vom niedrigen Niveau des Vorquartals legten die Erlöse im Inland kräftig um 24 Prozent zu. Im Ausland verringerten sich die Umsätze der Branche hingegen um 2,6 Prozent. Für den Umsatzrückgang in der Vorleistungsgüterindustrie waren unter anderem die Hersteller chemischer Erzeugnisse verantwortlich, deren Erlöse um 0,8 Prozent schrumpften. Die Inlandsumsätze der Chemieindustrie sanken um 4,2 Prozent; das Auslandsgeschäft entwickelte sich günstiger (+0,6 Prozent).

Im dritten Quartal 2025 wurden in der Industrie etwas mehr Arbeitsstunden geleistet als im Vorquartal. Kalender- und saisonbereinigt nahm die Stundenzahl um ein Prozent zu. In allen drei Güterhauptgruppen wuchs das Stundenvolumen. Den stärksten Anstieg verzeichnete die Investitionsgüterindustrie (+1,4 Prozent). Aber auch in der Konsumgüterindustrie (+1,1 Prozent) und in der Vorleistungsgüterindustrie (+0,8 Prozent) wurden mehr Stunden gearbeitet als im Vorquartal.

In den drei bedeutendsten Branchen nahm das Stundenvolumen ebenfalls zu. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie stieg die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden deutlich um 3,8 Prozent. Im Maschinenbau und bei den Herstellern chemischer Erzeugnisse fielen die Zuwächse schwächer aus (+0,8 bzw. +0,6 Prozent).

Konjunkturdaten des Verarbeitenden Gewerbes im 3. Quartal 2025: Geleistete Arbeitsstunden¹

Veränderung zum Vorquartal in %

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Veränderung zum Vorquartal in %

Wirtschaftszweig/Güterhauptgruppen

Q1/25

Q2/25

Q3/25

Verarbeitendes Gewerbe

-0,5

-0,2

1,0

davon

 

 

 

     Vorleistungsgüterproduzenten

-0,7

-1,4

0,8

     Investitionsgüterproduzenten

-1,1

1,0

1,4

     Konsumgüterproduzenten

0,9

1,3

1,1

darunter

 

 

 

     Herstellung von chemischen Erzeugnissen

-1,0

-0,3

0,6

     Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

-1,6

1,7

3,8

     Maschinenbau

-0,9

1,0

0,8

1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.