Auftragseingänge in der Industrie steigen
Die Auftragseingänge geben einen Hinweis darauf, wie sich die Produktion und die Umsätze der Industrie in den kommenden Monaten entwickeln könnten. Der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex deutet auf eine leichte Verbesserung der Industriekonjunktur hin. Im dritten Quartal 2025 lagen die bereinigten Auftragseingänge um 2,6 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Der Hauptgrund war ein Anstieg der Bestellungen aus dem Ausland (+4 Prozent). Bei Aufträgen aus dem Inland verzeichnete die Industrie nur einen leichten Zuwachs (+0,4 Prozent). Allerdings stieg die Inlandsnachfrage in den ersten drei Quartalen 2025 stetig. Die Entwicklung des Ordervolumens aus dem Ausland wies hingegen eine höhere Volatilität auf. Dies könnte unter anderem mit den hohen handels- und geopolitischen Unsicherheiten – insbesondere durch die US-Zollpolitik – zusammenhängen.
Zum Auftragsplus im dritten Quartal trugen sowohl die Investitionsgüterindustrie als auch die Vorleistungsgüterindustrie bei. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gingen insgesamt 3,4 Prozent mehr Bestellungen ein als im Vorquartal. Der Anstieg ist auf das Auslandsgeschäft zurückzuführen, das kräftig wuchs (+6,8 Prozent). Im Inland sank das Ordervolumen hingegen um 3,1 Prozent. Die Nachfrage nach Vorleistungsgütern nahm im dritten Quartal um 3,1 Prozent zu. Die Auftragseingänge aus dem Ausland und dem Inland stiegen nahezu gleichermaßen (+3,2 bzw. +3,1 Prozent). Die Konsumgüterindustrie musste als einzige Güterhauptgruppe Einbußen verkraften (–2,2 Prozent), da die Bestellungen aus dem Ausland um 3,8 Prozent zurückgingen. Das geringe Plus im Inland konnte dies nicht kompensieren (+0,2 Prozent).
Die Auftragseingänge der drei umsatzstärksten Industriebranchen entwickelten sich unterschiedlich. Im Maschinenbau stieg das Ordervolumen im dritten Quartal um 6,1 Prozent. Sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland gingen deutlich mehr Bestellungen ein als im Vorquartal (+7,2 bzw. +5,7 Prozent). Die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen verzeichneten einen leichten Zuwachs (+0,4 Prozent). Die stark exportorientierte Branche erhielt 3,8 Prozent mehr Bestellungen aus dem Ausland. Das Inlandsgeschäft schrumpfte hingegen um 8,3 Prozent. Die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen ging im dritten Quartal um 3,3 Prozent zurück. Im In- und Auslandsgeschäft musste die Chemieindustrie Einbußen hinnehmen (–3,5 bzw. –3,2 Prozent).
Auftragseingangsindex (real) im Verarbeitenden Gewerbe
Index: 2021=100
© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Veränderung zum Vorquartal in %
Wirtschaftszweig/Güterhauptgruppen | Q1/25 | Q2/25 | Q3/25 |
|---|---|---|---|
| Verarbeitendes Gewerbe | 5,5 | -4,2 | 2,6 |
| Inland | 3,7 | 0,2 | 0,4 |
| Ausland | 6,6 | -6,9 | 4,0 |
| davon |
|
|
|
| Vorleistungsgüterproduzenten | 0,7 | -5,2 | 3,1 |
| Inland | 2,3 | -0,9 | 3,1 |
| Ausland | -0,5 | -8,4 | 3,2 |
| Investitionsgüterproduzenten | 5,5 | -5,2 | 3,4 |
| Inland | 2,2 | -1,5 | -3,1 |
| Ausland | 7,2 | -7,0 | 6,8 |
| Konsumgüterproduzenten | 27,8 | 3,1 | -2,2 |
| Inland | 16,5 | 11,3 | 0,2 |
| Ausland | 35,1 | -1,4 | -3,8 |
| darunter |
|
|
|
| Herstellung von chemischen Erzeugnissen | -0,9 | 1,5 | -3,3 |
| Inland | 2,0 | 3,7 | -3,5 |
| Ausland | -2,6 | 0,1 | -3,2 |
| Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen | 12,7 | -4,2 | 0,4 |
| Inland | 15,8 | -13,5 | -8,3 |
| Ausland | 11,3 | 0,1 | 3,8 |
| Maschinenbau | 9,0 | -5,7 | 6,1 |
| Inland | 3,6 | -2,3 | 7,2 |
| Ausland | 11,3 | -7,0 | 5,7 |
1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.
Umsatzsteigerung im Bauhauptgewerbe
Zum Baugewerbe zählt das Bauhauptgewerbe mit den Bereichen Hoch- und Tiefbau sowie das Ausbaugewerbe. Mit einem Anteil von sechs Prozent trägt das Baugewerbe in Rheinland-Pfalz im Vergleich zu den anderen Bundesländern überdurchschnittlich zur Wirtschaftsleistung bei. Von den gesamten Umsätzen im rheinland-pfälzischen Baugewerbe wurden 2024 etwa 58 Prozent im Bauhauptgewerbe und 42 Prozent im Ausbaugewerbe erwirtschaftet. Zu den Erlösen des Bauhauptgewerbes steuerte der Tiefbau 57 Prozent bei; entsprechend betrug der Anteil des Hochbaus 43 Prozent.
Veränderung zum Vorquartal in %
Baubereich nach Bauart und Auftraggeber | Q1/25 | Q2/25 | Q3/25 |
|---|---|---|---|
| Bauhauptgewerbe | 5,7 | -2,3 | 2,7 |
| Hochbau | 5,9 | -4,8 | 4,5 |
| Wohnungsbau | 2,0 | -5,6 | -2,5 |
| Gewerblicher Hochbau | 9,9 | -4,3 | 7,2 |
| Öffentlicher Hochbau | 1,3 | -4,6 | 8,3 |
| Tiefbau | 5,5 | -0,4 | 1,4 |
| Gewerblicher Tiefbau | 4,0 | 0,5 | 13,1 |
| Straßenbau | 9,7 | -4,8 | -6,2 |
| Sonstiger öffentlicher Tiefbau | -0,1 | 7,2 | 0,9 |
| Ausbaugewerbe | -2,5 | -6,8 | 1,3 |
1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.
Die Betriebe im Bauhauptgewerbe steigerten im dritten Quartal ihre Umsätze. Die saison- und kalenderbereinigten baugewerblichen Umsätze des Bauhauptgewerbes lagen im dritten Quartal 2025 in jeweiligen Preisen um 2,7 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Die Erlöse stiegen im Hochbau um 4,5 Prozent und im Tiefbau um 1,4 Prozent. Zum Umsatzplus im Hochbau trugen zwei der drei Teilbereiche des Hochbaus bei: Im öffentlichen Hochbau, der Aufträge von Körperschaften des öffentlichen Rechts und Organisationen ohne Erwerbszweck umfasst, nahmen die Umsätze um 8,3 Prozent zu. Im gewerblichen Hochbau betrug das Plus 7,2 Prozent. Gegenläufig entwickelte sich der Wohnungsbau; in diesem Teilbereich sanken die Erlöse um 2,5 Prozent. Auch im Tiefbau entwickelten sich die drei Segmente unterschiedlich. Der gewerbliche Tiefbau konnte seine Umsätze um 13 Prozent steigern. Der sonstige öffentlichen Tiefbau erzielte 0,9 Prozent höhere Erlöse als im Vorquartal. Der Straßenbau musste hingegen einen Umsatzrückgang verkraften (–6,2 Prozent). Im Vergleich zum Bauhauptgewerbe legten die Erlöse im Ausbaugewerbe weniger stark zu; gegenüber dem Vorquartal wuchsen sie um 1,3 Prozent.
Veränderung zum Vorquartal in %
Baubereich nach Bauart und Auftraggeber | Q1/25 | Q2/25 | Q3/25 |
|---|---|---|---|
| Bauhauptgewerbe | -1,5 | -0,5 | 0,1 |
| Hochbau | -1,8 | -1,5 | -0,4 |
| Wohnungsbau | -3,6 | -1,7 | -1,6 |
| Gewerblicher Hochbau | -1,4 | -1,1 | -1,3 |
| Öffentlicher Hochbau | 1,4 | -2,3 | 5,6 |
| Tiefbau | -1,2 | 0,1 | 0,4 |
| Gewerblicher Tiefbau | -3,7 | -2,3 | 0,1 |
| Straßenbau | 1,0 | - | 0,2 |
| Sonstiger öffentlicher Tiefbau | -1,5 | 3,2 | 1,2 |
| Ausbaugewerbe | -1,4 | -1,3 | -1,5 |
1 Mit dem X13-Verfahren bereinigte Ergebnisse. Vergleich mit dem Vorquartal: Kalender- und Saisonbereinigung der Originalwerte.
Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden blieb im Bauhauptgewerbe im dritten Quartal nahezu unverändert; saison- und kalenderbereinigt nahm sie um 0,1 Prozent zu. Während die Beschäftigten im Tiefbau 0,4 Prozent mehr Stunden arbeiteten als im Vorquartal, leisteten die Beschäftigten im Hochbau 0,4 Prozent weniger Arbeitsstunden. Im Ausbaugewerbe sank das Stundenvolumen um 1,5 Prozent.
Ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung im Bauhauptgewerbe sind die Auftragseingänge. Nachdem im zweiten Quartal 2025 Großaufträge in mehreren Teilbereichen zu kräftigen Zuwächsen geführt hatten, ging das Ordervolumen im dritten Quartal deutlich zurück. Saison- und kalenderbereinigt sanken die Bestellungen im Bauhauptgewerbe um 22 Prozent. Im Hochbau gingen insgesamt 26 Prozent weniger Aufträge ein als im Vorquartal. Besonders der öffentliche Hochbau und der gewerbliche Hochbau mussten Einbußen hinnehmen (–36 bzw. –33 Prozent). Im Wohnungsbau verringerte sich das Ordervolumen nur leicht (–0,6 Prozent). Im Tiefbau lagen die Auftragseingänge insgesamt um 20 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals. Der gewerbliche Tiefbau erhielt 40 Prozent und der Straßenbau 16 Prozent weniger Bestellungen als im zweiten Quartal. Im sonstigen öffentlichen Tiefbau stieg die Nachfrage hingegen um elf Prozent.